Richtungsweisendes Positionspapier „Wir schauen nicht zu! – Pfadfinder*innen zeigen Haltung“ beschlossen.

Gruppenfoto mal anders. Digitales Tagen in Zeiten von Corona (Foto Susanne Schunck PSG)

Am Wochenende gab es eine Premiere: die erste digitale Bundesversammlung der PSG hat mit mehr als 60 Delegierten und Gästen vom 19.- 20. Juni 2020 getagt. Auf Grund der Kontaktbeschränkungen im Zuge der Bekämpfung des Coronavirus hat die Bundesleitung im April beschlossen, die diesjährige Bundesversammlung digital durchzuführen. Im Anschluss daran fanden die Mitgliederversammlung des PWSG e. V. und am Sonntag die Mitgliederversammlung des Fördervereins PSG-bundesweit e. V. statt.

Demokratische Prozesse in Zeiten von Corona
„Digitales tagen in Zeiten einer globalen Pandemie bringt gewisse Herausforderungen mit sich“ betonte Susanne Schunck, Bundesvorsitzende der PSG. „In Zeiten, in denen Jugendverbandsarbeit nicht so wie gewohnt stattfinden kann, ist es umso wichtiger zu zeigen, dass wir weiterhin aktiv sind und demokratische Prozesse trotzdem stattfinden können. Diese Bundesversammlung war ein wichtiges Zeichen, dass wir trotz sozialer Distanz umso enger zusammenrücken und Pfadfinden gemeinsam gestalten.“

Beschlüsse und Ergebnisse
Am Samstag hat die Bundesversammlung der PSG einstimmig das richtungsweisende Positionspapier „Wir schauen nicht zu! – Pfadfinder*innen zeigen Haltung“ beschlossen. Im Positionspapier bezieht die PSG klar Stellung gegen jegliche Formen von Rassismus, Antifeminismus, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus, Homo-, Bi-, Inter- und Trans*feindlichkeit sowie Behindertenfeindlichkeit.

„Uns war wichtig, gerade jetzt mit diesem Positionspapier klar Stellung zu beziehen und deutlich zu zeigen, dass die Grundsätze und Forderungen aus dem Positionspapier für uns als Pfadfinder*innen zugleich auch Selbstverpflichtung und Teil unserer pfadfinderischen Identität sind.“, erklärt Janina Bauke, Bundesvorsitzende der PSG. „Rechte und rechtsextreme Einstellungen und das Engagement in Parteien oder Gruppierungen, die klar gegen diese Grundsätze stehen, ist für uns mit Pfadfinden nicht vereinbar. Für uns heißt das nicht nur, uns im eigenen Verband zu engagieren und Ungleichheiten anzugehen, sondern dies auch nach außen zu tragen.“
Darüber hinaus hat die Bundesversammlung unter anderem Beschlüsse zur Einrichtung eines AKs Geschlechtervielfalt und zur Einsetzung einer Ehrenauszeichung für besonders Engagierte in der PSG gefasst.

40 Jahre Partnerschaft. Julia Kurfess PSG und Shemusa Mutoniwase AGR (Foto Carolin Kammerer-Hardy PSG)

Jubiläum der Rwanda Partner*innenschaft
Und es gab noch etwas zu feiern: 40 Jahre Partner*innenschaft zwischen der PSG und der Association des Guides du Rwanda/ Rwanda Girl Guides Association AGR. Da aufgrund der aktuellen Lage leider kein persönlicher Besuch der ruandischen Pfadfinder*innen möglich war, gab es stattdessen ein Videogrußwort von Pascaline Umulisa, Executive Secretary der AGR. Das gemeinsame Begegnungsprojekt „Closing the gap“ zum Thema Gleichberechtigung, das durch Engagement Global gefördert wird, läuft trotz der aktuellen Situation zwischen den beiden Verbänden und wird in diesem Jahr virtuell stattfinden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

PRESSEKONTAKT:
Janina Bauke, 0211 – 440383-0, presse@pfadfinderinnen.de.
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Die Pfadfinderinnenschaft St. Georg ist ein Mädchenverband, in dem sich bundesweit rund 10.000 Mädchen und junge Frauen organisieren. Dabei ist die Bundesversammlung das höchste beschlussfassende Organ. Die PSG gehört dem Weltverband der Pfadfinderinnen WAGGGS (World Association of Girl Guides and Girl Scouts) an. 10 Millionen Pfadfinderinnen auf der ganzen Welt, die nach den gleichen Grundregeln leben, haben sich in diesem internationalen Verband zusammengeschlossen. WAGGGS tritt weltweit für die Interessen von Mädchen und Frauen ein. „Jeden Tag eine gute Tat“ ist das Bild, das viele sich von Pfadfinderinnen machen. Übersetzt bedeutet das für uns heute, mit geschärftem Bewusstsein durch die Welt zu gehen, den Fähigkeiten jeder Einzelnen Raum zu geben und verantwortlich mit uns und anderen umzugehen. Wir handeln in der Gesellschaft, in der wir leben, und möchten sie verändern und verbessern: Bei uns können Mädchen und Frauen ihre eigenen Fähigkeiten erkennen und ausbilden, ungeachtet der gesellschaftlich bestimmten Rollenfestschreibungen. In unseren Gruppen können Mädchen und Frauen mit und ohne Behinderung miteinander leben und voneinander lernen. Wir arbeiten mit der Projektmethode, d. h. Mädchen werden keine konsumierbaren Angebote vorgesetzt, sondern sie entscheiden und planen mit Anleitung der Gruppenleiterin selbst. Für uns ist dies alles eine Lebenseinstellung. Wir entscheiden uns bewusst für den Verband und die Gruppe, in der wir sind, und machen dies durch ein gegenseitiges Versprechen auch öffentlich.